Förderverein Christoph 7
Förderverein Christoph 7

Jahresfortbildung der Zivilschutzhubschrauber vom 24.-27.09.2015 in Kassel

 

Im Zeitraum vom 24.09. bis 27.09.2015 hat das Luftrettungszentrum Christoph 7 die

Jahresfortbildung für die Rettungshubschrauber der 12 Luftrettungsstandorte des

Bundesministeriums des Inneren (Zivilschutzhubschrauber, ZSH) im Raum Kassel ausgerichtet. Der Kasseler Rettungshubschrauber Christoph 7 ist seit 1974 am Roten Kreuz Krankenhaus stationiert. Von dort werden auch die Notärzte gestellt, während die Rettungsassistenten von der DRK Rettungsdienst KasselGmbH und die Piloten von der Fliegerstaffel der Bundespolizei in Fuldatal kommen.

 

Der Eröffnungsvortrag zur Jahresfortbildung am 24.09.2015 zum Thema

Rauchgasintoxikationen fand in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Konferenzbereich der Roten Kreuz Krankenhauses Kassel statt. Dr. Kaiser vom Giftinformationszentrum Nord der Universitätsmedizin Göttingen konnte als Referent dieses wichtige Thema umfassend beleuchten.

 

Am 25.09.2015 erfolgte eine gemeinsame Fortbildung beim Kampfhubschrauberregiment 36 am Bundeswehrstandort Fritzlar. Nach theoretischer Einführung durch Offiziere der Bundeswehr wurde die Rettung von Piloten aus dem Kampfhubschrauber „Tiger“ trainiert. Neben der Rettung stand dabei auch die grundsätzliche Zusammenarbeit von zivilen und militärischen Rettungskräften auf

dem Programm. Ergänzend zu dem medizinisch-technischen Teil hatten die Luftfahrzeugführer der Bundespolizei Gelegenheit, den Simulator der Bundeswehr zu besuchen. Im Anschluss ging es für die rund 35 Teilnehmer aus den „orangen“ Luftrettungsstationen Deutschlands zum nächsten Übungsteil im Pumpspeicherkraftwerk der Eon Edersee. Hier wurde nach Begrüßung und Einführung durch den Leiter des Kraftwerks Herrn Lingelbach die riesige, in den Berg eingebrachte Turbinenhalle besichtigt und die Rettung eines in der Tiefe der Anlage Verunfallten

geübt. Gemeinsam mit Kräften der Freiwillen Feuerwehr Hemfurth wurde das Unfallopfer zunächst versorgt und dann mit spezieller Seiltechnik circa 30 Meter aus der Tiefe auf die Ebene eines ca. 800 Meter in den Berg eingefahrenen Rettungswagens verbracht. Diese anspruchsvolle Aufgabe gelang zügig und ohne Komplikationen.

 

Am 26.09.2015 stand das Thema Unfälle in Wald und Forst auf dem Programm. Eine hoch engagierte Abordnung vom Landesbetrieb Hessen-Forst stellte das eigene Rettungskonzept für Notfälle in den hessischen Wäldern vor und erläuterte den Luftrettern die hohen Anforderungen an die Arbeiter im Forst und die mit der Waldarbeit verbundenen nicht unerheblichen Risiken. An dieser Stelle ist den

Teilnehmern deutlich geworden, dass bei Hessen-Forst das Thema Sicherheit im Wald einen hohen Stellenwert genießt und bei seinem Engagement im Ländervergleich ausgezeichnet positioniert ist. Höhepunkt dieses Fortbildungsteils war ohne Zweifel die praktische Demonstration mit entsprechender Baumfällung. In der Diskussion zwischen Mitarbeitern von Hessen-Forst und den Luftrettern bestand Einigkeit darin, dass Rettungsmaßnahmen im Forst besondere Anforderungen besitzen und eine frühe parallele Alarmierung von zusätzlichen Kräften aus dem Bereich der Feuerwehren von großer Wichtigkeit und somit als Regelmaßnahme anzustreben ist. Den Abschluss der dreitägigen Fortbildung bildete eine Windenübung mit einem Hubschrauber der

Bundespolizei Fliegerstaffel Fuldatal und der Bergwacht Bad Wildungen. An den Bilsteinklippen im Bereich Bad Wildungen führten speziell geschulte Kräfte die Hubschrauber-gestützte Rettung eines Verunfallten durch. Dabei wurde sehr deutlich, dass derart komplexe Rettungsmaßnahmen nur durch ein hoch professionelles und eingespieltes Team, welches perfekt miteinander kommuniziert sicher und zügig durchgeführt werden können.

 

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die orangen Retter an diesen Tagen eine höchst interessante und vielseitige Fortbildung besucht haben, die durch das Kasseler Team Christoph 7 gut organisiert war. Dank der sehr engagierten Unterstützung durch die Bundeswehr, Eon Wasserkraft, Hessen-Forst, Bergwacht und Bundespolizei war es möglich, diese hochwertige Veranstaltung zu realisieren, die den Horizont auch der überwiegend schon sehr erfahrenen Luftretter erweitern konnte. Einen wesentlichen Beitrag für die Ermöglichung der Fortbildung leistete der Förderverein des Luftrettungszentrums Christoph 7, der damit einen stattlichen Teil seiner Spendengelder direkt in die Weiterbildung der Luftretter eingebracht hat.

 

(koehler@rkh-kassel.de 09.09.15)

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